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Die Landwirtschaft steht unter enormem Anpassungsdruck: steigende Anforderungen an Klima- und Umweltschutz, der Wunsch nach mehr Biodiversität sowie ökonomische Zwänge erfordern neue Wege, um nachhaltiger produzieren zu können. Innovative technische Maßnahmen spielen dabei eine Schlüsselrolle – von Hightech-Lösungen wie dem Laser-Weeder bis hin zu breiteren Strategien der Betriebsdiversifizierung.
In ihrem Vortrag mit anschließender Diskussion beleuchtet Frau Prof. Dr. Cornelia Weltzien vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB Potsdam) die Bandbreite technischer Innovationen, die Landwirten neue Handlungsspielräume eröffnen. Sie zeigt auf, welche Potenziale moderne Technologien für eine ressourcenschonende und effiziente Landwirtschaft bieten, wo ihre Grenzen liegen und wie sie mit betrieblichen Strategien zur Diversifizierung verbunden werden können. Dabei wird der Blick sowohl auf konkrete Praxisbeispiele als auch auf langfristige Entwicklungen gerichtet.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Welche Rolle spielen Präzisionstechnologien bei der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln? Wie können neue Ansätze zur Unkrautbekämpfung – wie der Laser-Weeder – zur nachhaltigen Intensivierung beitragen? Welche Chancen ergeben sich durch eine stärkere Diversifizierung der Produktionssysteme, und welche technischen Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden?
Moderiert von Dr. Thilo Steckl (CLAAS) lädt die Veranstaltung zur Diskussion über Chancen, Herausforderungen und notwendige Rahmenbedingungen ein. Ziel ist es, zu zeigen, wie technische Innovation und betriebliche Strategien ineinandergreifen können, um Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft praxisgerecht umzusetzen

Pflanzenkrankheiten gehören zu den größten Risiken in der Landwirtschaft: Sie bedrohen Erträge, Qualität und damit die wirtschaftliche Stabilität von Betrieben. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um Ertragsverluste zu vermeiden, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und nachhaltige Produktionssysteme zu fördern. Moderne Fernerkundungs- und Erdbeobachtungstechnologien eröffnen hier neue Möglichkeiten – von der Nutzung hochauflösender Satellitenbilder bis hin zu Drohnen- und Sensorsystemen, die Krankheitsbefälle großflächig und gleichzeitig präzise detektieren können.
In einer interdisziplinären Podiumsdiskussion beleuchten ausgewiesene Experten, wie diese Technologien praxisgerecht eingesetzt werden können. Dr. Stefan Paulus (Institut für Zuckerrübenforschung, Göttingen) bringt die Perspektive aus der angewandten Forschung ein und zeigt, welche Potenziale insbesondere für den Zuckerrübenanbau bestehen. Ole Christian Ludewig-Spickermann (Hochschule Anhalt) ergänzt den wissenschaftlichen Blick durch Erkenntnisse aus der Fernerkundungsforschung und den Einsatz KI-gestützter Analysemethoden. Prof. Dr. Damian Bargiel (CORAmaps GmbH) bringt als Praxispartner die Erfahrung aus der technologischen Umsetzung ein und verdeutlicht, wie Datenlösungen für landwirtschaftliche Betriebe und Wertschöpfungsketten nutzbar gemacht werden können.
Diskutiert werden unter anderem folgende Fragen: Wie zuverlässig lassen sich Krankheiten mit Fernerkundungsdaten erkennen? Welche technischen Standards und Datenqualitäten sind notwendig? Wie können Landwirte konkrete Entscheidungen daraus ableiten? Und welche Chancen ergeben sich für eine ressourcenschonende, nachhaltige Landwirtschaft durch den gezielten Einsatz solcher Technologien?
Die Veranstaltung bietet eine spannende Verbindung von Forschung, Praxis und Technologieentwicklung und zeigt, wie Fernerkundung zu einem zentralen Baustein im modernen Pflanzenschutz werden kann.