Agrarfolien sind aus der modernen Landwirtschaft nicht wegzudenken. Besonders Stretchfolien kommen bei der Konservierung von Schnittgut zum Einsatz – sie ermöglichen eine luftdichte Lagerung von Rund- und Quaderballen, etwa bei Silage. Doch nach ihrer Nutzung stellen sie ein erhebliches Entsorgungsproblem dar: Verunreinigungen, Additive und hohe technische Anforderungen (z. B. 80–100 % Reckung bei einer Ausgangsdicke von 25 µm) erschweren das Recycling und den Einsatz von Rezyklaten erheblich. Ein hochwertiges „Closed-Loop“-Recycling war bislang kaum möglich – stattdessen landete das Material meist im Downcycling, etwa in Blumentöpfen oder Zaunpfählen.
Das Fraunhofer-Institutsetzt hier neue Maßstäbe: Mit einem lösemittelbasierten Recyclingverfahren gelingt es erstmals, gebrauchte Agrar-Stretchfolien in Rezyklate zu überführen, deren Qualität mit Neuware vergleichbar ist. Damit wird die Substitution von Neuware in anspruchsvollen Anwendungen sowohl technisch als auch wirtschaftlich realistisch.
Im Fokus steht die Übertragung bewährter Recyclingkonzepte aus der Verpackungsindustrie auf landwirtschaftliche Kunststoffe. Durch gezielte Reinigung und Aufbereitung entstehen hochreine Polyolefin-Rezyklate, die sich problemlos zu neuen, mehrschichtigen Stretchfolien verarbeiten lassen. Die Praxistauglichkeit wurde bereits in Zusammenarbeit mit Industriepartnern erfolgreich demonstriert – inklusive Coextrusionstests mit bis zu 30 % Rezyklatanteil auf unseren kleintechnischen Anlagen. Für großtechnische Anlagen wird sogar mit deutlich höheren Rezyklatanteilen gerechnet.
Die Ergebnisse sprechen für sich:
So entsteht eine echte Kreislaufwirtschaft für Agrarfolien, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bietet – ein wichtiger Meilenstein für nachhaltige Landwirtschaft.
Das Fraunhofer-Institut zeigt wie sich Hightech-Recycling und Agrartechnik verbinden lassen, um Ressourcenschutz und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen zu stärken.
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