
Bei der Wahl des richtigen Kamerasystems für die Realisierung von Assistenz- und Sicherheitssystemen für mobile Arbeitsmaschinen müssen Maschinenhersteller oft einen unliebsamen Kompromiss eingehen. Entweder analog - robust, wirtschaftlich, dafür mit geringerer Bildqualität – oder digital – weniger robust, teuer, höchste Bildqualität. Die HD-TVI Technologie kombiniert das Beste aus beiden Welten und bietet sich als Basis für Assistenzsysteme mobiler Maschinen an.
Hersteller mobiler Arbeitsmaschinen stehen vor der Herausforderung, dass ihre Kunden einerseits immer mehr Komfort, aber auch Sicherheits- und Assistenzsysteme erwarten. Gerade vor dem Hintergrund, dass es immer weniger gelernte Maschinenführer gibt, braucht es Systeme, die unerfahrenes Personal in der Bau- und Landwirtschaft oder auch in der Lagerlogistik beim Betrieb der Fahrzeuge und Maschinen unterstützt und entlastet. In mobilen Arbeitsmaschinen übernehmen solche Assistenzsysteme darüber hinaus die Überwachung des Arbeitsprozesses.
In diesen Anwendungen spielt der Sicherheitsaspekt für die im Umfeld der Maschine befindlichen Personen eine entscheidende Rolle. Die Maschinen sind häufig sehr groß und verfügen über Anbauten, die unter Umständen sehr hohe Kräfte und Masse in Bewegung setzen. Kommt es zu einer Personen-Kollision mit dem Fahrzeug oder dem Anbaugerät kann dies schwere oder sogar tödliche Folgen haben. Assistenzsysteme wie 360-Grad-Kamera- oder Umfeldüberwachungssysteme mit Personen- oder Objekterkennung helfen dabei, diese schwerwiegenden Folgen zu vermeiden. Sie warnen den Maschinenführer frühzeitig, falls sich jemand oder etwas im Gefahrenbereich befindet und erhöhen somit die Sicherheit auf der Baustelle, dem Feld oder der Straße.
Typische Anwendungsszenarien
Eine der typischen Gefahrensituationen entsteht beispielsweise bei Abbiegemanövern. Befindet sich ein kreuzendes Fahrrad mit Vorfahrt im toten Winkel einer Großmaschine auf dem Weg zum Einsatzort, kann es schnell gefährlich werden. Hier helfen 360-Grad-Kamerasysteme, tote Winkel auszumerzen und den Maschinenführer frühzeitig auf potenzielle Gefahrensituationen aufmerksam zu machen.
Ein weiteres Beispiel findet sich in der Lagerlogistik. Durch den Hubmast von Gabelstaplern entstehen zwangsläufig für den Fahrer schlecht einsehbare Blickwinkel. Befindet sich eine Person in diesem Bereich, besteht Kollisionsgefahr, insbesondere da die Zinken des Gabelstaplers in der Regel bis einige Meter vor dem eigentlichen Fahrzeug reichen und die Gefahrensituation somit früher auftreten kann, als sich der Maschinenführer bewusst ist. Personenerkennungssysteme, die den gesamten Bereich vor dem Fahrzeug überwachen, können mit akustischer oder optischer Frühwarnung den Gabelstaplerfahrer vor sich im Weg befindlichen Personen (und Objekten) aufmerksam machen und somit die Unfallgefahr reduzieren.
Die richtige Technologie wählen
Maschinenhersteller stehen bei der Integration dieser kamerabasierten Systeme vor der Herausforderung, auf die richtige Technologie zu setzen. Kamerasysteme gibt es in analoger und digitaler Ausprägung. Analoge Systeme sind bewährt, wirtschaftlich und widerstandsfähig. Sie arbeiten latenzfrei und sind zudem robust gegen elektromagnetische Einflüsse. Weiterhin treten bei analogen Systemen keine Bildartefakte auf. Der Nachteil analoger Kamerasysteme liegt in der maximalen Bildqualität. Analoge Kameras liefern Bildsignale, die unter HD-Qualität liegen, und sind somit für komplexe Systeme, in denen es auf höchste Präzision und Zuverlässigkeit der Erkennung von Hindernissen ankommt, nicht geeignet.
Bei der Bildqualität können digitale Kamerasysteme hingegen punkten. Sie ermöglichen Videosignale in Ultra-HD-/4k-Qualität oder höher. Weiterhin überzeugen sie durch anpassbare Auflösung und Bildwiederhol- oder Kompressionsrate. Mit integrierten Prozessoren können sie Assistenzfunktionen, etwa Objekterkennung und -verfolgung, übernehmen...



